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Was ist eine Beinverlängerung?

Die "Beinverlängerung" ist durch das BETZ INSTITUTE® definiert als die Kunst seine Körpergröße mit Augenmerk auf eine Kombination aus Ästhetik und perfekter Funktion, zu erhöhen. Bei einer Beinverlängerung wird der Knochen chirurgisch vorsichtig durchtrennt, anschließend werden die beiden dadurch entstehenden Knochenhälften langsam durch ein Verlängerungssystem - entweder durch einen intramedullären Teleskopnagel oder durch einen externer Fixateur - auseinander bewegt. Das zur Anwendung kommende Verfahren richtet sich nach der Diagnose bzw. Ausgangssituation. Nach dem Erreichen der gewünschten Körpergröße wächst der Knochen zusammen bis er tragfähig ist.

 

Definition der Beinverlängerung
Die Beinverlängerung (Engl: Limb Lengthening) folgt dem biologischen Prinzip der Distraktionsosteogenese, auch Kallusdistraktion genannt. Das chirurgisches Verfahren dient zur Korrektur von Knochenanomalien oder auch zur Verlängerung von Knochen.

 

Distraktionsphase: Der zu verlängernde Knochen wird chirurgisch durchtrennt und die beiden Hälften über Wochen langsam und kontinuierlich entlang ihrer Längsachse auseinanderbewegt. Zwischen den beiden Knochenhälften bildet sich dabei neue körpereigene Knochensubstanz.

 

Konsolidierungsphase: Wenn die gewünschte Korrektur oder Größe erreicht ist, beginnt im Knochenspalt die Heilung. Während der  Distraktionsosteogenese wird nicht nur der Knochen verlängert, sondern auch das umliegende Weichteilgewebe (Muskulatur, Sehnen, Nerven) im gleichen Maße mit gedehnt und somit auch kontinuierlich verlängert. Beinverlängerungen können sowohl am Oberschenkel (Femur), Unterschenkel (Tibia) als auch am Oberarm (Humerus) entweder mit externen oder intramedullären Systemen durchgeführt werden.

 

Die Geschichte der Beinverlängerung

Die Möglichkeit der Kallusdistraktion ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt. Ihre Bedeutung erlangte sie jedoch erst durch den sibirischen Arzt Prof. Ilizarov (1921-1992). Er nutzte den Ringfixateur, bei dem das Bein oder der Arm von dünnen Drähten durchbohrt wird, sowie mit Metallringen umspannt und durch Spindeln, Gelenke und Stangen miteinander verbunden wird. Die Behandlung beginnt mit der Durchtrennung des zu verlängernden Röhrenknochens mit einem Knochenmeißel von außen. Dann wird der Ringfixateur angelegt und mit Pindrähten, welche durch Haut, Muskeln und Knochen geführt werden, in beiden Knochenhälften fixiert. Mit Hilfe von Stellschrauben werden die Ringe des Apparates dann auseinanderbewegt, so dass sich der Bruchspalt verbreitert. Solange ein Zug von etwa 1 mm täglich aufrechterhalten wird, wird neuer Knochen gebildet.
Die größten Nachteile des externen Illizarov Fixateurs sind die limitierten Bewegungsmöglichkeiten, das Risiko einer Infektion, das Risiko von Nerv- und Gewebsirritationen sowie die großen Schmerzen.

 

Beinverlängerung heute

Prof. Dr. Betz benutzt seit über zwei Jahrzehnten für die Beinverlängerung eine minimal invasive Operationstechnik, bei der der Knochen von innen durchtrennt und anschließend mit einem Teleskopnagel stabilisiert und damit gleichzeitig zur kontinuierlichen täglichen Verlängerung vorbereitet wird. Dies bietet im Vergleich zum externen Fixateur zahlreiche Vorteile. Zum einen sind die Patienten viel mobiler und jeglicher Form der Physiotherapie uneingeschränkt zugänglich,  zum anderen besteht ein viel geringeres Risiko für Infektionen, Nerven- und Gewebsirritationen. Dieses Verfahren ist außerdem mit geringeren Schmerzen verbunden. Da Prof. Dr. Betz nur kleinste Hautschnitte (0,3 – 1 cm) für die Operation benutzt, bedeutet dies außerdem nur sehr kleine, kaum erkennbare Narben.

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Beidseitige Oberschenkelverlängerung mit intramedullärem Teleskopnagel

 

 

 

 

 

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Distraktionsphase mit neu gebildeter Knochensubstanz (rosa)

 

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Konsolidierungsphase mit Umwandlung der neuen Knochensubstanz in festen Knochen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kleinste Hautschnitte bedeuten sehr kleine, kaum erkennbare Narben (Foto 1 Woche nach OP)


Externe Methoden (Exemplarische Beispiele)

Ringfixateur

Der Ringfixateur ist der klassische Illisarov-Fixateur mit breitem Indikationsspektrum. Hauptsächlich findet er Anwendung zur Unterschenkelverlängerung. Am BetzInstitut wird er nur bei offenen Wachstumsfugen oder ganz seltenen Ausnahmeindikationen benutzt. In der Regel wird dem internen Verlängerungsverfahren der Vorzug gegeben.

 

Monolateraler Distraktor

Der monolaterale Distraktor kann sowohl für Oberschenkel- als auch die Unterschenkelverlängerung benutzt werden. Der Tragkomfort ist geringfügig besser, seine biomechanischen Eigenschaften jedoch im Nachteil zum Ringfixateur.

 

LON (Lengthening Over Nail)

Ist die Bezeichnung für die Kombination eines externen mit einem internen Verfahren: im inneren stabilisiert ein solider Nagel, vergleichbar mit einem Traumanagel, der Fixateur außen übernimmt die Transportfunktion. Am Ende der Verlängerung wird die Distanz durch statische Verriegelung aufrecht erhalten, anschließend hat der Fixateur extern ausgedient und kann entfernt werden. Dieses Methode addiert die Risiken interner und externer Verfahren, auch weist es unseres Erachtens keine ökonomische Vorteile mehr auf.

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Interne Methoden

Albizzia®

Die Verlängerung mittels Albizzia®-Nagel funktionierte über einen Rotationsmechanismus, der bei jedem Betätigen ein charakteristisches Klickgeräusch erzeugte. Wie heute -vom BETZBONE® übertroffen- hatte der Albizzia® eine hohe Gewichtstoleranz und eine große Verlängerungsstrecke. Die Herstellung des Albizzia® wurde 2010 vom Hersteller DePuy_Johnson Johnson aus ökonomischen Gründen eingestellt. Der Albizzia® Nagel wurde von uns in annährend 1000 Fällen erfolgreich zur kosmetischen Beinverlängerung eingesetzt, jedoch wurde dieser im Laufe der Jahre umfangreich modifiziert und somit verbessert.

 

Fitbone®

Fitbone® ist die spätere Bezeichnung für den von Prof. Betz initiierten und patentierten elektromechanischen Teleskopnagel.
Der Fitbone® verfügt über einen elektromechanischen Antrieb. Die Energie wird von außen über einen Sender mittels Hochfrequenz auf den unter Haut liegenden Empfänger übertragen. Neben der in der Regel für kosmetischen Verlängerung unzureichenden Verlängerungsstrecke erlaubt der Nagel keine volle Gewichtsbelastung, so dass bei bilateraler Verlängerung die Patienten mehrere Monate in einem Rollstuhl immobilisiert werden müssen.

 

Precice®
Er weist eine ähnliches Funktionsprinzip wie der Fitbone® auf. Verlängerungskapazität und Stabilität sind ebenfalls vergleichbar dem Fitbone® und daher unseres Erachtens für kosmetische Indikationen unzureichend.

 

ISKD®

Von Seiten Stabilität und Verlängerungskapazität gilt das Gleiche wie für Fitbone® und Precice®, jedoch ist dieser Nagel- trotz genialem Funktionsprinzip noch schwerer steuer- und kontrollierbar als Fitbone® und Precice®.
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